Ausbildung

In therapeutischen Fachkreisen wird mit wachsendem Interesse deutlich, dass der Körper als Instrument des Zusammenspiels zwischen Leib und Seele unmittelbar zum Heilungsgeschehen beitragen kann. Er dient als Ort für Speicherung aller jemals gemachten Erfahrungen, denn sie sind gleichzeitig auch leiblicher Natur. Erfahrungen spiegeln sich im Körper, im Tanz und in der Bewegung, in Haltung und Atmung und in dem was das Individuum bewegt. So findet in der Aufarbeitung der persönlichen Geschichte und der aktuellen Konflikte der Körper mit seinem Wissen und seinen Lösungsversuchen immer mehr Raum und Gehör – das bedeutet für die Tanztherapie, neben Gesprächen wird es in Zukunft in der Psychotherapielandschaft auch in der ambulanten Versorgung immer wichtiger werden, das Körperwissen in den Heilungsprozess mit einzubeziehen.

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium oder
  • Abgeschlossene Ausbildung im pädagogischen, medizinischen, sozialen oder künstlerischen Bereich, mit mindestens einem Jahr  Berufserfahrung
  • tänzerische Eignung mit mindestens einem Jahr nachgewiesener Tanzerfahrung oder Bewegungserfahrung, z.B. Yoga, Kampfkunst oder Ähnliches
  • Lebenslauf, Motivationsschreiben, Passbild
  • Sonderregelungen sind in Ausnahmefällen möglich

Arbeitsfelder

  • TanztherapeutInnen arbeiten in psychosomatischen, psychiatrischen und neurologischen KlinikenTageskliniken, Rehaeinrichtungen und Wohngruppen
  • In Beratungsstellen für Frauen, Männer, Jugendliche  und Familien
  • In SchulenKindergärten und heilpädagogischen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche
  • In Gesundheitszentren und in der Gesundheitsprävention
  • In freier Praxis je nach Qualifikationen mit Approbation oder als Heilpraktiker/in für Psychotherapie
  • im Strafvollzug, in der Onkologie, in Sucht – und Schmerzzentren

Quereinstieg

Ein Quereinstieg ist mit vertieften Vorerfahrungen möglich. Hierzu zählt die Vorbildung innerhalb eines anderen tanztherapeutischen Instituts des Berufsverbandes der Tanztherapeut/innen Deutschlands BTD

Bitte kontaktieren Sie mich mit Ihren Fragen; Einzelfalllösungen sind möglich.

Zeitrahmen

Die berufsbegleitende Ausbildung umfasst ein Stundenkontingent von 730 Unterichtseinheiten (UE) in Theorie und Praxis, die im Verlauf von 4 Jahren im Baukastensystem unterrichtet werden.

Ergänzend dazu belegen Sie

  • 400 UE Praktikum, davon 200 UE Vor- und Nachbereitungszeit
  • 50 UE Theorielerngruppe
  • 130 UE Lehranalyse, davon werden ihnen 65 h Therapie aus den letzten 5 Jahren angerechnet
  • regelmäßiges Tanztraining, entweder wöchentlich oder in Form von Workshops

Struktur

Sie können folgende Bausteine auf dem Weg zum/zur zertifizierten Tanztherapeut/in belegen:

Das Basisjahr umfasst 8 Wochenenden und ein Blockseminar (von Donnerstag bis Sonntag) und Sie erhalten im Anschluss eine Teilnahmebestätigung für die Grundlagen tanztherapeutischer Methoden

Das Aufbaujahr umfasst 8 Wochenenden und ein Blockseminar (von Donnerstag bis Sonntag) und Sie erhalten ein Zertifikat als Lehrer/in  für kreativtherapeutischen Tanz

Die Professionalisierungsphase über zwei Jahre umfasst 16 Wochenenden und zwei Intensivseminare und schliesst mit einer Teilnahmebestätigung für die Ausbildung zum/zur Tanztherapeut/in ab.

Nach Beendigung Ihrer Lehranalyse, Ihrem Praktikum, Ihrer schriftlichen Abschlussarbeit, Präsentation und Ihrer Prüfung erhalten Sie das Zertifikat als Tanztherapeut/in

Investitionen | interne Kosten

Interne Kosten

  • Orientierungswochenende 150,- €
  • Basisjahr 1800,- €, der Beitrag für das Orientierungsseminar wird angerechnet
  • Aufbauphase 1800,- €
  • Professionalisierungsphase 3600,- €
  • Prüfungsgebühr 200,- €

eine monatliche Ratenzahlung ist möglich,

Investitionen | externe Kosten

Externe Kosten

  • 130 UE Lehranalyse 60-80 €/pro Stunde (anerkannt werden bis zu 65 UE Therapie aus den vergangenen fünf Jahren)
  • mindestens 1x wöchentliches Tanztraining 40-60 €/pro Monat
  • Übernachtungs- Reise- und Verpflegungskosten während der Intensivtage 140 €/pro Jahr

Ausbildung

Tanztherapie

Neben Kunst- und Musiktherapie gehört die Tanztherapie mit zu den künstlerischen Therapien. Das Heilsame im Selbstheilungsprozess wird im Ausdruck durch Tanz und Bewegung gesucht und gefunden.

Ebenso gehört Tanztherapie mit zu den Körpertherapien. Tanztherapie beinhaltet das Wissen um Somatisierungsvorgänge durch Abwehrmechanismen in Konfliktsituationen. Tanztherapeuten wissen um die Speicherung aller jemals gemachten positiven wie negativen Erfahrungen im Körper. Sie arbeiten an der Integration von innerer und äußerer Bewegungsfähigkeit und Sensibilität für die Sprache des Körpers.

Inhalte

Die tanztherapeutische berufsbegleitende vierjährige Ausbildung hat  mehrere Säulen, auf denen sie steht:

1. Selbsterfahrung der tanztherapeutischen Methoden innerhalb der ersten beiden Ausbildungsjahre; diese münden in die Theorie

2. Theorie und Praxis innerhalb der vierjährigen Ausbildung

  • Theorie und Praxis der tiefenpsychologischen und systemischen Arbeitsweisen
  • Theorie und Praxis der Bewegungsbeobachtung und -analyse
  • Theorie und Praxis der Psychopathologie und der Psychodynamik

3. Eigenleistungen ausserhalb von Coremotion

  • Ein Praktikum
  • Arbeitsgruppentreffen
  • Literaturstudium
  • Protokolle
  • Supervision
  • schriftliche Abschlussarbeit

Nachgewiesene Lehranalyse und Tanztraining; beides absolvieren sie ausserhalb von Coremotion

4. Prüfung nach den Standards des Berufsverbandes der Tanztherapeutinnen Deutschlands BTD

 

Zielkompetenzen

Absolventen der Tanztherapieausbildung sind sich ihrer Professionalität bewußt und in der Lage, in einem multiprofessionellen Team selbstbewußt ihren Platz auszufüllen. Durch die Beobachtungsschulung anhand der Bewegungsanalyse nach Laban und der Wahrnehmungs – und Empfindungsschulung, des ausgeprägten Körperwissens und des Bewegungsverstehens sind die ausgebildeten TanztherapeutInnen in der Lage, Diagnosen zu stellen, zu intervenieren, Gruppen- und Einzeltherapien durchzuführen, in der Einzeltherapie Konflikte und Themen zu bearbeiten, Gruppenprozesse zu lenken und Lebensprozesse zu begleiten. Sie haben innerhalb der Ausbildung ihre eigenen professionellen, künstlerischen und therapeutischen Qualitäten erlebt und sich bewußt zu eigen gemacht und sind nun in der Lage, auch die Ressourcen ihrer Klienten und Patienten zu aktivieren.

Basisjahr

Ziele

Das Basisjahr in den Grundlagen der Tanztherapie erstreckt sich über 8 Wochenenden und ein Intensivseminar innerhalb eines Jahres. Es ist der erste Baustein für die Ausbildung zum/zur Tanztherapeut/-in. Relevante Methoden der Tanztherapie werden in Selbsterfahrung erlebt und die dazugehörigen theoretischen Zusammenhänge erarbeitet. Ziele sind es, in diesem Grundlagenseminar die Wahrnehmungen und die Sensibilität für vertiefte Bewegungen, die lebensgeschichtliche Zusammenhänge haben, zu schulen. Wichtig ist in diesem Jahr auch das Verständnis von Kommunikation und Interaktion in Tanz und Bewegung. Die Möglichkeiten, kreativen Ausdruck als eine Ressource zu erfahren und für Konfliktbewältigungen einzusetzen, werden ebenfalls thematisiert.

Rahmen

Tanztherapeutische Methoden wirken erlebnisaktivierend. Prozesse, die der Entfaltung der eigenen Individuation dienen, finden hier Raum. Zum Tragen kommen aktuelle Themen der Teilnehmer wie auch Zusammenhänge zu früher erlebten Ereignissen. Die Verbindung von Körper, Geist und Seele steht im Mittelpunkt und der Unterrichtsstil ist zielgerichtet und gleichzeitig am Prozess der Teilnehmer orientiert. Hierfür kann die Reihenfolge der Wochenendplanungen verändert werden.

Diese Fortbildung ersetzt keine Therapie. Falls Sie in therapeutischer oder ärztlicher Behandlung sind, sprechen Sie mit dem/der jeweiligen Behandler ihre Teilnahme bitte vorher ab.

Aufbauphase

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Basisjahres schliesst sich die Aufbauphase in acht Wochenenden und einem Intensivseminar als zweiter Baustein der Ausbildung zum/zur Tanztherapeut/-in an.

In diesem Jahr bereiten Sie sich auf die Durchführung erster eigener Praxiserfahrungen vor. Tanztherapeutische und psychotherapeutische Theorien unterstützen Sie in der Ausarbeitung Ihres therapeutischen Profils. Anhand der Bewegungsanalyse nach Laban vertiefen Sie die Bewegungsbeobachtung und lernen, Bewegungsmuster zu erkennen, zu unterscheiden und entwicklungsgeschichtlich einzuordnen. Sie trainieren Ihre empathischen Fähigkeiten und lernen die therapeutische Gesprächsfühung.

Professionalisierung

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Aufbauphase schliesst sich die Professionalisierungsphase in acht Wochenenden und einem Intensivseminar als dritter Baustein der Ausbildung zum/zur Tanztherapeut/-in an.

Sie lernen die psychiatrischen und psychosomatischen Krankheitsbilder kennen, erlernen die tanztherapeutischen Interventionsmöglichkeiten in verschiedenen Settings, befassen sich mit Grenzen, Krisen und Entwicklungspotenzialen und vertiefen Ihr Selbstbewußtsein als Tanztherapeut/-in. In Supervision reflektieren Sie Ihre Arbeitsweise und Sie befassen sich schriftlich mit einem Thema Ihrer Wahl.

Prüfung

  • Sie haben eine schriftlichen Abschlussarbeit mit einem tanztherapeutischen Thema ihrer Wahl geschrieben und präsentiert
  • Sie haben ihren eigenen Entwicklungsprozess in einer künstlerischen Performance präsentiert
  • Sie haben (innerhalb von acht Jahren nach Abschluss der Ausbildung) eine mündliche Prüfung zur Theorie vor einem Komitee aus Therapeuten, einem Arzt oder einem Psychiater abgelegt.

Coremotion .. aus dem herzen bewegen  |  Heilkundliche Praxis für Tanz, Tanztherapie & Ausbildung  |  Löwenstraße 12  .  30175 Hannover

IMPRESSUM & DATENSCHUTZHINWEISE

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